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02. November 2009
Die heutigen 4 Kastrakandidaten waren alles Mädels. Drei davon kehren an die Futterstelle zurück. Die vier konnten am Freitag nicht mehr kastriert werden und verbrachten das Wochenende bei Vollpension bei uns im Bad.
Ein schwarzes Mädel ist total lieb und zutraulich, sie wird wohl bei einem Kollegen einziehen dürfen.
03. November 2009
Die drei Mädels durften heute an ihre Futterstelle zurückkehren und waren sichtlich erleichtert darüber.
Bei Baby Blue habe ich auch einen kurzen Besuch abgestattet. Sie fühlt sich im neuen Heim sichtlich wohl und hat auch eine gleichgesinnte Spielpartnerin. Vielleicht wird das sogar eine ganz tolle Freundschaft. Das wird die Zeit zeigen.
04. November 2009
FRUSTABBAU
Die Tierschützer in Deutschland liegen jetzt bald alle am Boden. Ich gehe schon mit sehr gemischten (Tendenz negativ) Gefühlen in die Raffi. Ich habe Angst, Angst davor, dass wieder ein Notfellchen hier hängen bleibt. Habe mich von den letzten noch nicht erholt und habe schon wieder einige hier. Ich meine nicht das Finanzielle, da werden wir noch lange dran knabbern, ich meine mich insgesamt. Sowohl psychisch als auch physisch bin ich mehr als angeschlagen. Man weiß vor lauter Elend nicht, wo anfangen. Aufhören - wohl leider nie. Ich habe es bisher noch nicht einmal geschafft, brauchbare Fotos von den aktuellen Notfellchen zu machen, um sie auf die Vermittlungsseite zu setzen.
Ich habe noch nicht einmal mehr Tränen, nicht vor Wut, vor Verzweiflung. Selbst dafür fehlt die Kraft.
Ich denke, es wäre an der Zeit, dass mal ein Ruck durch die Tierschützer geht. Nein, nicht nur durch die Tierschützer, durch ganz Deutschland. Ein Ruck, der den Politikern sagt, was los ist in diesem Land.
Meine Idee: schreibt Mails an Politiker. An alle Politiker. Auf lokaler Ebene bis hin zur Regierung. Weist auf das Elend hin, immer mehr TH arbeiten unter schlimmsten Bedingungen, immer mehr Tierschutzvereine stehen vor der Insolvenz. Es gibt kaum noch Tierheime ohne Aufnahmestopp für Katzen. DAS sollten die Politiker lesen müssen. Und zwar nicht nur von Einzelnen. Denn Tierschutz geht alle an, nicht nur die Tierschützer. Vielleicht würde sich durch so eine Welle wenigstens die Kastrationspflicht endlich durchsetzen lassen. Damit wäre doch schon ein Anfang gemacht.
05. November 2009
So, heute konnten wir wieder 5 Katzen einfangen. Erst ging garnichts, dann aber schön nacheinander. Immer in der gleichen Falle. Wir hatten 4 Fallen aufgestellt.
Ich bin mir auch sicher, dass wir endlich die Mama der roten Flughörnchen gefangen haben. Das freut mich ganz besonders.
Und hier mal eben ein paar Zahlen. Wohlgemerkt, das sind überwiegend private Aktionen. Die derzeitigen Kastrationen werden vom Betrieb übernommen, nicht aber die notwendigen Entwurmungen und sonstigen Behandlungen. Auch die Aufnahme der Vermittlungstiere, deren tierärztliche Versorgung, das Futter, Streu und was sonst noch dazu gehört läuft alles auf private Kosten.
81 Katzen aus der Raffinerie sind mit dem heutigen Tag schon durch meine Hände (bzw. die der tollen Helfer) gegangen. 34 habe ich insgesamt hier behalten, 26 sind vermittelt und Mama Mausi ist auf dem Hof geblieben. Sechs kommen jetzt in die Vermittlung, Hummel sucht nun schon lange und die schöne Schwarze geht nächste Woche zum Kollegen.
Angefangen mit einfangen, kastrieren und vermitteln habe ich im Juni 2008.
06. November 2009
Die Lady in Black, die nächste Woche umziehen darf

Die mutmaßliche Ines und Heather Mama, die gerade beim TA zur Kastration ist


Ich setze die Katzen wenn möglich (also genug Körbe vorhanden) gleich in die TA-Körbe um. Ist für die Katzen stressfreier und für die TA-Praxis auch.
Gestern konnten wir kein einziges der kleinen Kätzchen sehen. Und auch der Kollege, der uns immer begleitet und tatkräftig unterstützt, sagte, dass sie wohl schon ein paar Tage nicht mehr da waren. Wir hoffen nun, dass sie entweder dann kommen, wenn kein Mensch dort ist, oder einen schnellen Tod durch den großen Fuchs, den jetzt immer mehr Menschen sichten, gefunden haben.
11. November 2009
Gestern abend hatte ich noch ein Erlebnis im Katzenzimmer, das mich sehr entsetzt und traurig gemacht hat. Ich hatte ein bisserl Wurst von meinem Abendbrot über. Ich weiß, die Katzerei steht nicht auf Menschenessen. Da dachte ich mir, ich gebe es den Miezen im Katzenzimmer, weil ich weiß, dass sie auch ab und zu Wurst von Arbeitern bekommen haben. Es war nicht viel und so habe ich mich auf den Weg ins Katzenzimmer gemacht. Kurz zuvor hatten sie erst Futter bekommen und in drei Tellerchen war noch etwas drin. Ich hatte die wenigen Stücke kaum im Teller, da kamen die Kleinen (Franz-Josef, Clarence und Flocke) angeschossen wie Raketen. Die sind knurrend an den Teller gesaust, hat sich jeder soviel auf einmal geschnappt, wie ins Mäulchen passte und sind in entgegengesetzte Ecken gefegt. Dort haben sie dann hektisch und knurrend gefressen. So aufgeregt hatte ich sie noch nicht einmal erlebt, als wir sie eingefangen haben.
Die schwarze Badschönheit ist jetzt bei meinem Kollegen. Und es wird wohl noch ein Miezerl dazu ziehen dürfen. Mal sehen, was ich nächste Woche hören werde.
12. November 2009
Diese Woche haben wir eine Einfangpause eingelegt. Es sind an der Futterstelle, wo so viele Katzen sind, noch einige nicht kastriert, aber die sind so vorsichtig und gehen nicht in die Fallen. Am Sonntag werden wir unser Glück an einer Futterstelle außerhalb des eingezäunten Geländes versuchen. Dort wird i.d.R. Freitag zuletzt gefüttert und die Chancen stehen gut, dass sie dann in die Falle gehen. An einer dieser Futterstellen ist eine Katze mit Babys zugewandert. Die Kätzchen sind bereits groß genug, dass sie zwei Tage auf die Mama verzichten können. Natürlich wollen wir die Kleinen auch gleich mitfangen.
15. November 2009
Heute waren wir jung, dynamisch und erfolglos. Die Katze, die wir fangen wollten, ist zwar da gewesen, auch immer wieder um die Fallen rumgeschlichen aber leider nicht rein gegangen. Als dann andere Katzen auftauchten, die schon alle kastriert sind, verschwand unser Objekt der Begierde. Nach knapp 3 Stunden haben wir die Segel gestrichen. Ist halt immer recht mühsam, wenn man nur ein bestimmtes Tier fangen will. Aber es war ein netter Frauenvormittag!
Die Kleinen sind genau so spurlos verschwunden wie die an der großen Futterstelle. Der Fuchs leistet ganze Arbeit.
Honey wohnt jetzt auch im Katzenzimmer. Langsam gewöhnt sie sich daran.
20. November 2009
Heute ist Clarence ins neue Heim gezogen und dort liebevoll empfangen worden. Der vorhandene Kater war auch ganz freundlich.
Morgen zieht Hummel um.
23. November 2009
Hummel ist gut im neuen Heim angekommen. Allerdings hat sie sich gleich verkrochen. Hm, das hätte ich von ihr nicht erwartet. Aber das wird sicher.
Heute ist er beim TA. Seit ein paar Wochen treibt er sich auf unserem Hof rum. Ist zutraulich, ziemlich dürre (das Foto täuscht), hat schlimme Augen und leckt sich dauernd ums Mäulchen.
Mal sehen, was der TA alles findet.

28. November 2009
So, morgen werden wir die letzte größere Einfangaktion auf dem Gelände starten. Mal sehen, ob wir ein paar der noch fehlenden Katzen erwischen können.
Miezerich, der zugelaufende Kater, erholt sich zusehends. Seine Augen sind schon sehr viel besser und er hat auch schon ein bisserl was auf den Rippen. Das Foto täuscht, er war arg dünn. Er wird in der nächsten Ausgabe unseres Gemeindeblattes als zugelaufen inseriert sein. Vielleicht finden sich seine Menschen doch noch. Bei Tasso habe ich abgeglichen, da wird kein solcher Kater vermißt und beim Katzensuchdienst ist er auch eingestellt.
Heute ist ein Artikel über unsere Raffinerieaktion in der Zeitung. Nachzulesen unter Presse im Verzeichnis Streunerhof?
30. November 2009
Ja, ich weiß, einige warten natürlich auf die Ergebnisse von gestern.
Wir waren teilweise erfolgreich. Die Katzen, von denen wir sicher sind, dass sie noch kastriert werden müssen, waren da. ABER! Sie gingen nicht in die Fallen, lagen alle im Sonnenschein auf den Rohren rum und fanden das Leben schön.
Eine bereits kastrierte Katze verirrte sich dann doch in eine Falle und wir konnten ein Kitten einfangen. Das war urplötzlich wieder aufgetaucht und wird heute noch mit mir zum TA fahren. Erstcheck.
Und nein, es gibt noch keine Fotos, das Zwergerl soll sich erst einmal ein bisserl eingewöhnen.
Insgesamt haben wir festgestellt, dass die Katzen so ziemlich alle wieder da sind. Der Fuchs hat doch viel Unruhe in die Population gebracht. Allerdings wurde er jetzt schon ein paar Tage nicht mehr gesichtet - ist also wahrscheinlich weiter gewandert.
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