Archiv 2012

Das Jahr 2012 begann mit Arbeiten, die eigentlich schon für letztes Jahr geplant waren. Aber es kommt erstens immer anders als man zweitens immer denkt.

Eine liebe, zuverlässige Freundin nahm insgesamt fast 4 Stunden Fahrt auf sich, um mir dabei zu helfen:

Diese Wände waren einfach nicht mehr zum Ansehen
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Das Chaos nahm Form an
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Erste Erfolge
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Und alles wieder an seinem Platz
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Das restliche Chaos beseitige ich erst morgen, wenn ich es bei Tageslicht kontrolliert und evt. nachgestrichen habe.

Lediglich ein Schwanz bekam etwas Farbe ab, Piggeldy ist nicht in den Farbeimer gehüpft und weiß jetzt sehr genau, was nein bedeutet.
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Arthur hat uns total überrascht, er übernahm die Oberaufsicht.
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Die beiden Fotos hat Claudia geschossen
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Jacky betrachtete unser Tun lieber von oben
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Frederick blieb auch erst einmal auf Abstand (sorry für die Unschärfe)
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um es sich dann bequem zu machen
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Piggeldy genoß die zusätzlichen Streicheleinheiten
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und war ganz brav
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Hier mal die Beweise, dass es im KaZi sehr harmonisch zugeht
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Einige der Plüschbäume mußten sich verabschieden, die bekomme ich nicht mehr sauber, nach den Durchfallern des letzten Jahres. Dafür kam ein neuer Baum aus Holz mit abnehmbaren Kissen ins Zimmer.

Wer schon einmal vor der Suche nach einem Kratzbaum stand, weiß, wie schwer es ist, ein bezahlbares Bäumchen ohne Plüsch zu finden. Die vier im Katzenzimmer, wovon drei schon vermittelt sind und kurz vor dem Umzug stehen, finden den neuen Baum auf jeden Fall klasse.

 

Ein kleiner Rückblick auf 2011 sei mir noch gestattet.

Das Jahr brachte viele Erkenntnisse. Zum Einen hat sich im Freundeskreis Spreu von Weizen getrennt, zum Anderen wurde mir wieder einmal sehr deutlich gemacht, dass ein normaler Katzenfreund keine Vorstellung hat, in welch erbärmlichen Zustand die Katzen, die bei uns aufgenommen werden, tatsächlich sind. Es erfolgte auch die Trennung von zwei Pflegestellen. Eine Pflegestelle sagte aus Zeitgründen ab, die andere hat die letzten drei Katzen, die dort noch waren, verkommen lassen. Alle drei Tiere haben nun endlich ein neues Heim gefunden, zwei sind schon umgezogen und in der neuen Umgebung total aufgeblüht. Arthur, der kurz vor seinem Umzug steht, hat sich vom aggressiven Einzelkater zu einem freundlichen, sozialen Tier entwickelt.

Das Jahr 2011 war sehr anstrengend. So viele Durchfallkatzen, da war dauerndes - sehr erfolgloses - Putzen angesagt. Mehrmals täglich Medizin verabreichen und fast tägliche Tierarztbesuche rundeten die Sache noch ab. Nebenher die Vollzeitarbeit. Ich bin monatelang mit weniger als 3 Stunden Schlaf unterwegs gewesen, das hat sich natürlich auch auf meine Gesundheit niedergeschlagen.

Und dann noch "Freunde", die einem in den Rücken fallen. Klasse Leute, danke, es hat mir nicht geschadet, nur die Augen geöffnet.

Mittlerweile kann ich sehr gut verstehen, warum viele Tierschützer eher menschenfeindlich und sehr vorsichtig sind. Gut dass ich eine Frohnatur bin und trotz Allem, was letztes Jahr geschah, an das Gute im Menschen glaube.

Ausblick auf 2012

Dieses Jahr werde ich ein wenig blind und taub durchs Leben gehen, aus Selbstschutz. Nachdem das Katzenzimmer renoviert ist und es nur noch vier Katzen sind, geht das Renovieren im Haus weiter. Toilette wird heute fertig, danach kommt der Gang dran. Im Frühjahr werde ich das Projekt neue Küche, das für letztes Jahr geplant und wegen der vielen Notfellchen hintenanstehen mußte, endlich in Angriff nehmen.

Ich werde meine Ideen und meine Kraft bündeln und hoffentlich für die Katzenwelt und das Tierheim Bad Wildungen sinnvoll einsetzen können.

Ausserdem werde ich mich jetzt endlich wieder intensiver um die Raffineriekatzen und die Menschen, die mir dort helfen, kümmern können.

Ich werde weiterhin helfen, aber keine Katzen aufnehmen, ausser es sitzt mal wieder so ein armer Wurm bei uns im Hof, was ja leider schon öfter vorgekommen ist.

Mal sehen, wie sich das Jahr entwickeln und wie umfangreich diese Seite werden wird.

Die Notfellchen, Raffineriekatzen und ich möchten uns bei allen Freunden und Gönnern und den Käufern auf der Lastramiclub Seite ganz herzlich bedanken. Diese Unterstützung gibt immer wieder Kraft.

 

Februar 2012 - 28.02.2012

Der Monat war sehr anstrengend. Erst war unser Outdoor Diablo, der schon vom ersten Tag, an dem ich ihn gesehen habe unter schwerer chronischer Bronchitis leidet, sehr krank und dann tauchte Tuffi, eine weitere Outdoor, nach mehreren Wochen Abwesenheit wieder auf.

So sah sie aus:

 

 



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Ausserdem total abgemagert, das sieht man auf den Fotos nicht.

Mit Medis und gutem Futter haben wir sie gepäppelt und gestern wurde sie noch einmal am Mäulchen operiert. Es hatten sich entzündete Wucherungen gebildet, die weggeschnitten wurden.

Morgen bekommt sie noch eine Cortisonspritze und dann darf sie wieder in die Freiheit. Sie ist ein kleiner Freigeist und im Haus kaum zu bändigen. Draussen, wenn sie denn mal hier ist, eine Schmuserin und lieb, mutiert sie im Haus zur Furie und geht, trotz des schlechten Allgemeinzustandes die Wände hoch.

Ich hoffe, dass sie dann wenigstens regelmässig zum Fressen kommt, damit wir ihr schneller helfen können. Mit zunehmenden Alter - sie wird 9 Jahre - lässt sie sich immer seltener blicken.

 

04. März 2012

Tuffi ist mal da und mal nicht. Mal sehen, wie es sich einpendeln wird. Gestern war sie pünktlich zur Stelle und sie sieht gut aus. Wieder sauber geputzt, kein verschmiertes Mäulchen und auch die Augen sind klar und tränen nicht.

 

Das Grauen hat einen Namen. Nein, nichts was den Streunerhof direkt betrifft.

Aber die Notfellchen vom letzten Jahr. Wir hatten ja mit Durchfall zu kämpfen, ohne Befund und ohne Besserung. Erst durch eine THP konnten wir den Durchfall in den Griff bekommen.

Leider trat er aber nach einigen Tagen im neuen Heim wieder auf.

Wochenlang grübelte ich, was ich wohl übersehen haben könnte. Bis mir vor drei Wochen während eines Telefonates plötzlich etwas vor meinem inneren Auge ansprang. Und zwar sah ich die kleine Drops im Vordergrund verschwommen rumwuseln, aber ganz deutlich in Übergröße sah ich die Futterstelle, wo ich sie eingesammelt hatte. Und in den Behältnissen für Futter und Wasser lagen Kupferdrähte. Das war mir damals nicht bewußt geworden, aber es waren auch zuviele so kranke Katzen auf einmal. Mitten im Satz beim Telefonat sagte ich plötzlich: Kupfer. Meine Gesprächspartnerin war erst ein wenig erstaunt, als ich es ihr aber erklärte machten wir uns beide daran, das I-Net nach Infos zu Kupfervergiftung bei Katzen zu durchwühlen.

Leider wurden wir nicht wirklich fündig. Kühe, Kälber, Schafe, Schweine, Geflügel und Kleintiere - aber nichts bei Katzen. Und es wurden immer nur akute, lebensbedrohliche Vergiftungen beschrieben.

So eine langsame Überdosierung über lange Zeit kam nirgends vor.

Wir mußten uns also mit Hilfe eines Tierarztes selber rantasten.

Es wurde ein Röntgenbild und ein Ultraschall des Kätzchens gemacht. Dabei kamen folgende Defizite zu Tage: vergrößerte Leber, Darmentzündung, Atemwegsprobleme.

Das Blutbild ergab diese Abweichungen: Erythrozyten zu hoch, Hämoglobin zu niedrig, Coeruloplasminwert ist höher als normal,. der Kupferwert erhöht. Eine 24-Stunden-Urinprobe ergab auch leicht erhöhte Ausscheidungen von Kupfer.

Es wird eine Darmsanierung durchgeführt, Schonkost gefüttert, Vitamin B6 gespritzt und Kohlekompretten gegeben. Der Kot wird langsam besser. Wir hoffen, dass die kleine Maus bald ganz gesund sein wird.

Zu dem Kupfer in den Behältnissen für die Katzen: es herrscht hier der Irrglaube, dass Kupfer im Trinkwasser (ich hatte vor Jahren bei einem Landwirt mal nachgefragt warum 2-Pfennig-Stücke im Napf liegen) Würmern vorbeugen soll. Der Kupferdraht dort, wo ich die Katzen letztes Jahr einsammelte, lag also mit Absicht in den Behältnissen.

Erstaunlicherweise hatten die Katzen von dort zwar Durchfall, der ihnen bei jeder Bewegung raustropfte, aber sie waren sonst fit und munter, auch eine Dehydrierung war nicht festzustellen. Sie entwickelten sich auch alle normal. Die Kotproben, die ich untersuchen ließ, ergaben dreimal Spuren von Spulwürmern und sonst keinen Befund. Ok, nach Kupfer haben wir auch nicht gesucht. Nur nach Parasiten und Bakterien. Und da gab es dann in der letzten Kotprobe auch keine Parasiten mehr. An die Kupferdrähte in den Näpfen hatte ich nicht gedacht. Ich hatte sie zwar gesehen, aber nicht wirklich registriert. Und bei 11 Durchfallkatzen hatte ich auch den Kopf nicht frei.

Nur wenige werden sich meine Erleichterung wirklich vorstellen können. Monatelange Belastungen fielen von mir ab, als der Tierarzt bestätigte, dass die Beschwerden an dem Kupfer liegen. Sicher braucht der Körper Kupfer, aber nicht im Übermaß. Die Katzen werden alle gesund werden und nicht daran sterben. Und es ist auf keinen Fall ansteckend.

Ich habe viel aus dem letzten Jahr gelernt. Besonders interessant fand ich die Erkenntnis, dass Atemwegsprobleme (natürlich mit den anderen Defiziten zusammen) in dem Zusammenhang mit Kupfer stehen können.

Ich habe auch gelernt, dass ich sehr wohl beurteilen kann, wann eine Katze zum Tierarzt muß und wann nicht. Und wenn ein "Geldadel" sich anmaßt, mir zu unterstellen, dass ich das nicht weiß, dann wünsche ich genau denen, dass sie ganz schnell lernen müssen, dass man Geld nicht essen und sich auch nicht alles für Geld kaufen kann. Schon garnicht Loyalität oder Liebe.

 

Juni 2012

Das Jahr verläuft ruhig - für mich. Leider mußten einige Anrufer Absagen hinnehmen, aber im Moment mag ich wirklich keine zusätzlichen Belastungen haben.

Seit ein paar Wochen wohnt ein weiteres Notfellchen hier. Ich bin zuversichtlich, dass sie bald reif für die Vermittlung sein wird. Ihre Geschichte ist eine alltägliche Geschichte, wie sie einige tausend Mal hierzulande passiert.

Nächste Woche ziehen die drei Jungs aus dem Katzenzimmer in ihr endgültiges Heim. Dann darf unser kleines Notfellchen ins Katzenzimmer übersiedeln.

Ausserdem kommen demnächst drei Kitten in die Vermittlung, die ich ein wenig mitbetreue.

 

Am 6. September mußten wir Tuffi über den Regenbogen gehen lassen. Wir konnten ihr noch einen wunderschönen Sommer schenken. Ihr Mäulchen hatten wir dank Homöopathie in den Griff bekommen. Wir mußten uns einem schnell wachsenden Tumor beugen, der ihre Speise- und Luftröhre umschloss und sie zu ersticken drohte. crying

Ansonsten war es bisher ein sehr ruhiges Jahr. Ein paar Kastrationen, die ich nicht im Einzelnen aufzähle, weil das Tagesgeschäft ist, wurden durchgeführt, die Katzen an die jeweiligen Futterstellen zurückgesetzt.

 

Oktober 2012

Es ist bekannt, dass der Streunerhof schon seit Jahren hinter dem TH Bad Wildungen steht und einige Aktionen ihren Ursprung hier hatten. Das tun wir immer noch, allerdings distanzieren wir uns von der Art und Weise, wie sie gerade durchs Internet fegen. Das Tierheim selber ist nicht pleite, der Trägerverein steht vor dem Aus. Auf Nachfragen - auch bzgl. eigener Versäumnisse - kommt keine Antwort. Hintergrundinfos, die zu der Situation führten, werden nicht genannt. Solch eine Stimmungsmache unterstützen wir nicht.

 

Nach der Antwortmail des Bürgermeisters von Bad Wildungen auf die FB-Aktion muß ich mich bei ihm entschuldigen. Zwei Jahre wurde uns vorgemacht, die Stadt Bad Wildungen würde ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Dabei zahlt die Stadt sehr viel. Dass es bei den Geldern, um die der TSV kämpfen mußte, um zusätzliche Leistungen handelte, wurde uns nie gesagt. Gelder, die der TSV brauchte, um seine Mißwirtschaft eingermaßen in Ordnung zu bekommen. Denn auch ein Verein kann nicht mehr Geld ausgeben, als er bekommt.

Es tut mir sehr leid, dass ich viele Menschen für das Tierheim Bad Wildungen bzw. den TSV begeistert habe. Wenn ich das alles gewußt hätte, was in der besagten Mail steht, die wohl jeder, der an der Aktion teilgenommen hat, bekam, dann hätte ich weder das Work & Fun noch andere Aktionen gestartet. In der Mail steht: "Der Tierschutzverein Bad Wildungen und Umgebung e.V. hat schriftlich erklärt, die Trägerschaft zum 31.12.2012 aufzugeben. Wir, die Stadt Bad Wildungen, werden aufgefordert mehrere Bedingungen zu erfüllen, falls wir eine weitere Trägerschaft über den 31.12.2012 hinaus wünschen."

Ich bin menschlich sehr tief enttäuscht und werde mich auch hier die nächste Zeit nicht melden. Bei uns gibt es im Moment nichts, ich war das ganze Jahr ziemlich krank und konnte noch nicht einmal arbeiten gehen. All das habe ich "guten Freunden" zu verdanken. Ihr habt gut gearbeitet.

 

November 2012

Wenn man denkt, man denkt, dann denkt man nur, man denkt ...

Wir haben ein Notfellchen bekommen.

Es ist ein schwarz-weißes Katzenmädel, wurde 2003 kastriert und war da ca. 6-9 Monate alt (das konnten wir alles über die Tätowierung rausfinden). Ihre Besitzerin ist gestorben und die Katze offensichtlich sich selber überlassen worden.


Verklebte und entzündete Augen, Schnupfen ohne Ende und rappeldürre ist die Maus. Und sie mag nicht wirklich fressen.

Habe ihr von Billigfutter über etwas besserem Futter bis zu TroFu in verschiedenen Varianten schon alles angeboten. An Wasser geht sie auch nicht und auch die Kittenmilch hat sie mit Mißachtung gestraft. Ich werde ihr jetzt noch Katzenmilch anbieten, habe noch ein Päckle hier. Und wenn das auch nichts bringt, bleibt mir nur die Zwangsfütterung mit der Spritze.

 

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